Home / Aktuelles & Termine / it.sec blog

„Ist das Werbung oder können wir das auch ohne Einwilligung per E-Mail verschicken?“ Diese Frage hören wir in unserem Beratungsalltag sehr häufig. Viele Unternehmen haben ein Interesse daran, ihre Informationen schnell und kostengünstig an die Empfänger zu verteilen, nur ist der Grad zwischen „Werbung“ und „notwendige Kundeninformation“ oftmals ein sehr schmaler.

In seinem jüngst veröffentlichten Urteil VI ZR 225/17-LG Braunschweig stellt der BGH fest, dass hier ggfs. sogar eine Zweiteilung des Inhalts angemessen und richtig sein kann. In dem zu entscheidenden Fall versandt das Unternehmen zusammen mit der Rechnung für das gekaufte Produkt einen Link zu seiner Zufriedenheitsumfrage ohne zuvor die nach § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG notwendige Einwilligung des Rechnungsempfängers eingeholt zu haben. Zu Unrecht, wie der BGH entschied.

Während die Zusendung der Rechnung im Rahmen der Abwicklung des Kaufvertrags ohne weiters auf Art. 6 Abs. 1 lit. b) DSGVO gestützt werden konnte, handelt es sich laut BGH bei dem Link zur Zufriedenheitsumfrage um eine werbliche Ansprache, für die gem. Art. 13 Abs. 1 der Datenschutzrichtlinie EK eine Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a) DSGVO erforderlich ist, die jedoch nicht vorlag.

Klargestellt hat der BGH damit, dass jeder Teilinhalt einer E-Mail gesondert auf deren Charakter zu überprüfen ist und für jeden Teil daher auch gesondert die entsprechenden Rechtsgrundlagen vorhanden sein müssen. Anderenfalls haben die betroffenen Personen ggfs. einen Unterlassungsanspruch gegenüber dem Unternehmen.

Können sich nun alle Unternehmen, die keine Kundenzufriedenheitsanfragen durchführen, entspannt zurücklehnen? Keineswegs!

Zahlreiche Unternehmen nutzen sogenannte E-Mail-Abbinder, in denen sie auf aktuelle Veranstaltungen, einen Messestand, einen gewonnenen Unternehmenspreis etc. hinweisen. All dies sind Instrumente, um sich bei dem Kunden in Erinnerung zu bringen, was der Kundenbindung dient und eine Weiterempfehlung ermöglicht. Laut BGH sollen damit auch weiteren Geschäftsabschlüssen der Weg geebnet und hierfür geworben werden. Daher bedarf es für den Versand dieser Inhalte per E-Mail einer entsprechenden Einwilligung des Empfängers.

Es ist daher aus unserer Sicht dringend dazu zu raten Ihre E-Mail-Abbinder auf deren werblichen Charakter zu untersuchen und auf den Prüfstand zu stellen, unter anderem auch, da hier aufgrund des neuen BGH-Urteils eine Abmahnwelle zu befürchten ist.

C. Lürmann

Rechtsanwältin

Consultant Datenschutz

„Ransomware“ sollte auch durch die mediale Verbreitung niemandem mehr ein Fremdwort sein. Kurz erklärt ist Ransomware ein Schadprogramm, das eine kritische Lücke im System ausnutzt, um bspw. alle greifbaren Daten (lokal auf dem Rechner, aber auch auf Netzwerkfreigaben) zu verschlüsseln, die dann - laut Angreifer - nur gegen Bezahlung (vorwiegend in Bitcoins) wieder entschlüsselt werden. Dass Ransomware also keine leichtzunehmende Bedrohung ist, hat sich spätestens seit WannaCry & Co. gezeigt. Allein davon waren weltweit über 300.000 Geräte infiziert und der Schaden wird auf ca. 4 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bei solch einem immensen Schaden blieben selbst deutsche Unternehmen nicht verschont. So war u.a. die Deutsche Bahn von der Ransomware betroffen. Damit wäre nun auch im globalen Maße bewiesen, dass ein Zusammenbrechen von realer Infrastruktur durch Software nicht mehr nur die Fantasie eines Hollywood-Films ist.

Ein weiteres erschreckendes Beispiel ist, dass eine Variante namens "SamSam", u.a. die komplette IT eines ganzen Krankenhauses in den USA lahm legte. Hier forderten die Angreifer 4 Bitcoins (zu dem damaligen Zeitpunkt umgerechnet ca. 55.000 US-Dollar). Das Krankenhaus war anfangs gegen eine Bezahlung und musste daher auf Papier und Stift umsteigen, entschied sich aber nach zwei Tagen das Lösegeld zu bezahlen. In diesem Fall kam der Erpresser seinem Versprechen nach und entschlüsselte die Dateien.

Doch ist dies immer der Fall? Leider nein!
Des Öfteren werden die Daten so verschlüsselt, dass ein Entschlüsseln nicht mehr möglich ist und auch gar nicht erst von den Angreifern eingeplant wird. Unzählige Opfer verfügen darüber nicht genügend Kenntnisse und wissen sich oft nicht anders zu helfen und greifen somit zur Geldbörse. Wie der "Telstra Security Report" zeigt, konnten in ca. 80 % der Vorfälle die Daten entschlüsselt werden.

Der Report enthält aber auch das erschreckende Ergebnis einer Umfrage, dass vier von fünf Ransomware-Opfer bei einer erneuten erfolgreichen Attacke den Erpresserbetrag wieder bezahlen würden, sofern keine Backups vorhanden sind. Das Signalwort hierbei ist "erneut". Bedeutet dies nun, dass diejenigen, die bereits einmal Opfer einer Ransomware-Attacke wurden, sich kaum bis keine Gedanken über die Sicherheit ihrer Daten machen und wie die Daten gegen Angriffe von außen besser geschützt werden können?!? Unserer Erfahrung nach leider ja!

Ob nun von Hand oder mittels Software, tägliche Backups von kritischen Daten sollten heutzutage zum Standard gehören. Dabei ist es wichtig mit Blick auf Ransomware, dass mindestens ein Backup-Medium offline ist, d.h. abgekoppelt von allen Verbindungen, z.B. eine externe und manuell abschaltbare Festplatte.

Neben dem Backup der Daten, empfiehlt es sich auch jegliche eingesetzte Software auf dem neuesten Stand zu halten, um sich gegen Ransomware zu schützen. Auch sollte das Bewusstsein der Mitarbeiter oder von Freunden und Verwandten geschult werden und lieber zweimal überlegt werden, bevor man Links oder Anhänge in E-Mails anklickt oder öffnet. Dadurch wird das Risiko eines erfolgreichen Ransomware-Angriffs deutlich verringert. Der damit einhergehende Imageverlust bei Unternehmen fällt weg und es spart eine Menge Geld (und Nerven).

Bitte bedenken Sie auch, dass jede Lösegeldzahlung das Geschäftsmodell Ransomware weiter fördert.

Christian Stehle Junior IT Security Consultant und
Christopher Schöndube Senior IT Security Consultant

Die bemerkenswerten Ergebnisse einer repräsentativen Bitkom-Umfrage (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.), abrufbar unter https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Jedes-dritte-Unternehmen-hat-sich-noch-nicht-mit-der-Datenschutzgrundverordnung-beschaeftigt.html, liegen vor: Demnach beschäftigen sich aktuell nur 49 Prozent der befragten Unternehmen mit der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Weitere 13 Prozent haben erste Maßnahmen begonnen und umgesetzt. Dagegen haben sich 33 Prozent gar nicht mit der Umsetzung der Datenschutzvorgaben beschäftigt, 13 Prozent tun dies bewusst nicht. Über die Gründe kann man nur spekulieren.

Wir können angesichts der Höhe möglicher Bußgelder, die bei Verstößen gegen die DSGVO ausgesprochen werden können, nur dazu raten, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Zum einfachen Einstieg hat der Bitkom vier kostenlose Leitfäden für die Praxis erstellt, abrufbar unter https://www.bitkom.org/Themen/Datenschutz-Sicherheit/DSGVO.html. Ab dem 25. Mai 2018 gilt das neue Datenschutzrecht!

Dr. Wolfhard Steinmetz
Consultant für Datenschutz

Abbinder Abmahnung Abmahnungen ADCERT Angemessenheitsbeschluss Anwendbarkeit Arbeitsrecht Art. 17 DSGVO Art. 25 DSGVO Art. 26 DSGVO Art. 32 DSGVO Art. 37 DSGVO Art. 4 Nr. 12 DSGVO Art. 45 DSGVO Art. 8 MRK Art. 9 DSGVO Auchfsichtsbehörde Audit Aufsichtsbehörde Auftragsverarbeitung Auskunftei Auskunftsrecht Automatisierte Einzelentscheidung Autsch Backup BAG BDSG-Neu Begrifflichkeiten Beherbergungsstätten Benachrichtigungspflicht Beschäftigtendatenschutz besondere Kategorien personenbezogener Daten betriebliche Nutzung betrieblicher E-Mail-Account betrieblicher Internetzugang Betroffenenrechte BfDI BGH Bildberichterstattung Bildrechte biometrische Daten Biometrische und genetische Daten Bitcoins Bitkom Bonitätsprüfung Brexit Bundesarbeitsgericht Bußgeld BVG Cloud CNIL Compliance Cookie Custom Audience Dashcam Datenlöschung Datenminimierung Datenpanne Datenschutz Datenschutz Grundverordnung Datenschutz-Schulungen Datenschutzabkommen Datenschutzbeauftragte Datenschutzbeauftragter Datenschutzerklärung Datenschutzgrundsätze Datenschutzgrundverordnung Datenschutzprinzipien Datenschutzverletzung Datensicherheit Datenübermittlung Datenübermittlung an Dritte Datenübermittlung in Drittstaaten Datenverarbeitung Deutsche Bahn Do not track-Funktion Donald Trump Dritter Drittstaat ohne angemessenes Datenschutzniveau DSAnpUG-EU DSGVO DSK dynamische IP-Adresse E-Mail e-Privacy-Verordnung eCall-Technologie EES EFAIL Einwilligung Einwilligungserklärung Einwilligungserklärungen Empfänger Entsorgung Erhebung personenbezogener Daten Erwägungsgrund 48 der DSGVO eSafety-Initiative ETIAS EU EU-Datenschutz-Grundverordnung EU-Parlament EuGH Europäische Union Facebook Facebook-Fanpages Facebook-Pixel Fachbereich Fahrzeugdaten Fahrzeuge Fanpage Fernmeldegeheimnis FlugDaG Fluggastdaten Foto Funkmäuse Funktastaturen Geldbörse Gemeinsam Verantwortliche Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb Google Google Analytics Hacker Home Office Immobilienmakler Informationspflichten Informationssicherheit Infrastruktur Inhalteanbieter Insights interner Datenschutzbeauftragter Investition IP-Adresse Irland ISO/IEC 27001 IT Governance IT GRC IT-Forensik IT-forensische Untersuchung IT-Sicherheit IT-Systeme Joint Control Kanada Klagebefugnis Konzern konzerninterner Datentransfer KUG Kundenbindung Kunsturhebergesetz Leistungs- und Verhaltenskontrolle Löschung personenbezogener Daten Lösegeld Markennamen Markenrecht Marktortprinzip Meldepflicht Meldescheine Meltdown Microsoft Misch-Account MouseJack-Angriffe NIST Nutzungsbedingungen One Stop Shop Passenger Name Records Passwort Passwörter Passwörter. 2016 Passwortregeln Passwortschutz Penetrationstest Personalausweiskopien personenbezogene Daten Personenbilder Persönlichkeitsrechte Plattformbetreiber PNR-Daten PNR-Instrumente Privacy by Default Privacy by Design Privacy Shield private Handynummer private Mobilfunknummer Privatnutzung Privatnutzungsverbot Profiling Quantencomputer Ransomware reale Infrastruktur Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens Recht auf Berichtigung Recht auf Datenübertragbarkeit Recht auf Einschränkung Recht auf Löschung Rechte der betroffenen Person Reichweitenanalyse Risiko Risikomanagement Risk & Compliance Management SamSam Sanktionen Schadprogramm Seitenbetreiber Sicherheitsvorfall Sicherheitsvorfälle kritische Infrastrukturen IT-Sicherheitsbeauftragten ISMS Sicherung der Daten Siegel Skype Software Software-Entwicklung Sony PSN Soziale Netzwerke Spectre Standardvertragsklauseln Supercomputer Risikolage Technische & organisatorische Maßnahmen technische & organisatorische Maßnahmen Telemediendienst Telemediengesetz Telstra Security Report TKG TMG Tracking Tracking Tools Twitter Übermittlung personenbezogener Daten Überwachungssoftware Umfrage Umsetzungsfrist unpersonalisierter Benutzer-Account Unternehmensgruppe US-Regierung USA UWG Verantwortlicher Verantwortung Vereinbarung Vernichtung von Datenträgern Veröffentlichung Verordnung (EU) 2015/758 verschlüsseln Verschlüsselte E-Mails Verschlüsselungsverfahren Vertrag zur Auftragsverarbeitung Verwaltungsakt Verwaltungsgericht Karlsruhe Videoüberwachung Vorteile WannaCry Webseite Webseiten Webtracking Webtrecking Werbeaussage Werbung Wettbewerb Wettbewerbsrecht wettbewerbsrechtliche Abmahnung Wettbewerbsverstöße WhatsApp Widerruf Widerrufsrecht Widerspruchsrecht Zertifikat Zertifizierung Zugangsdaten zulässig Zulässigkeit § 15 TMG § 26 BDSG-Neu § 32 BDSG § 32 DSGVO § 35 BDSG-Neu § 38 BDSG-Neu § 3a UWG § 42a BDSG § 42b BDSG § 88 TKG

Tags

Mo Di Mi Do Fr Sa So
          1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30