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Ein Passwort ist eines der wichtigsten Mittel, die eigenen oder betrieblichen personenbezogenen Daten zu schützen. Dabei steht doch aber immer auch die Frage im Raum, wie ein solches Passwort zu gestalten ist, damit es die Daten auch nachhaltig schützen kann.

Bisher waren die Vorgaben, was ein sicheres Passwort ausmacht, recht klar. Die Verwendung von Passwörtern mit mind. 8 Zeichen bestehend aus einer Kombination von Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen sowie ein Passwortwechsel alle 90 Tage sollten einem Hacker die Arbeit besonders erschweren.

Vor Kurzem hat jedoch das National Institute of Standard and Technology (NIST), welches diese Regeln erst ins Leben rief, diese Annahme revidiert. Der ursprüngliche Autor dieser Vorgaben, Bill Burr, hatte dazu auch erklärt, dass die damaligen Annahmen ein Irrtum gewesen seien.

Dies ist nicht darauf zurückzuführen, dass die Vorgaben damals generell falsch waren, doch aber darauf, dass sich seit 2003, das Veröffentlichungsdatum der alten Passwort-Regeln, die Technik erheblich weiterentwickelt hat. Auch haben die zahlreichen Hackerangriffe der letzten Zeit dafür gesorgt, dass es ausführliche Wörterbücher von verwendeten Passwörtern gibt, in welchen Angreifer „nachschlagen“ können.

Es ist also in der heutigen Zeit um vieles einfacher als noch vor 14 Jahren, Passwörter mithilfe einer Software auszulesen.

Daher ist ein neues Herangehen an die Passworterstellung angebracht. Das NIST hat in seinem neu veröffentlichten Leitfaden festgestellt, dass besonders die Passwortlänge eine entscheidende Rolle bei der Sicherheit spielt.

Es wird geraten, möglichst lange Passwörter mit mindestens 12 Zeichen und einer zufälligen Zeichenabfolge zu vergeben, also z.B. eine Wortreihe, die logisch keinen Sinn ergibt, wie SchuhDatenschutzRegen. Sonderzeichen können ebenso nützlich sein, aber auch beim Einsatz dieser gilt, ein Muster bei der Passwortvergabe, das einfach zu identifizieren ist, sollte vermieden werden. Denn Software, welche versucht Passwörter auszulesen, kann dies schneller tun, wenn dem Passwort ein Muster zugrunde liegt.

Auch sollten zu jeder Zeit für unterschiedliche Portale oder Anwendungen verschiedene Passwörter verwendet werden. Denn sollte doch einmal ein Passwort in unbefugte Hände geraten, sind nicht auch noch alle anderen Anwendungen oder Benutzerkonten in Gefahr, ausgespäht zu werden.

Lisa Benjowski
Informationsjuristin (LL.B.), Consultant für Datenschutz

Am 22.08.2017 hatten wir über die bekannt gewordene Datenschutzverletzung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) berichtet.

Mittlerweile hat die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in einer Prüfaktion bei der BVG herausgefunden, dass dem leitenden Angestellten Zugangsrechte für ein Laufwerk eingerichtet wurden, das nicht nur vom Personalrat, sondern ebenso von der Schwerbehindertenvertretung sowie der Frauenbeauftragten genutzt wird, und auf welchem sich auch Dateien befanden, die besondere Kategorien personenbezogener Daten enthielten. Der Führungskraft waren damit Zugriffe auf die dort liegenden Unterlagen möglich, wobei mindestens ein Dokument auch „geöffnet, angesehen und ausgedruckt“ worden sein soll (die Pressemitteilung ist abrufbar unter https://datenschutz-berlin.de/content/nachrichten/pressemitteilungen).

Die Aufsichtsbehörde stellte des Weiteren fest, dass nicht nur ein unbeabsichtigter Fehler der IT-Abteilung bei der Einrichtung der Berechtigungen, sondern „erhebliche Mängel in der Datenschutzorganisation“ zu der Datenschutzverletzung geführt hätten. Neben mangelnder Maßnahmen zur Trennungskontrolle, gebe es keinen ausreichend definierten Prozess, nach welchem Berechtigungen dokumentiert vergeben werden. Auch die zum Zwecke der Datenschutzkontrolle notwendigen Protokollierungen, um Zugänge zum Laufwerk sowie Zugriffe auf die dort enthaltenen Dateien aufzuzeichnen, wurden nicht vorgenommen. Zudem sei die BVG auch ihren Melde- und Benachrichtigungspflichten nach Bekanntwerden der Datenschutzverletzung nicht unverzüglich nachgekommen.

Richtigerweise betont die Aufsichtsbehörde in ihrer Pressemitteilung, dass die BVG kein Einzelfall sei, sondern viele Unternehmen immer noch zu wenig für den Schutz personenbezogener Daten, für die sie verantwortlich sind, täten. Diese sollten sich bewusst sein, dass ab dem 25.05.2018 hierfür Bußgelder in Höhe von bis zu 10.000.000 Euro oder 2 % des gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres verhängt werden können.

S. Kieselmann
Beraterin für Datenschutz
Dipl.sc.pol.Univ.

Am Freitag der vergangenen Woche hat die Gewerkschaft Verdi den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) vorgeworfen, sich Dateien der Personalvertretung nicht nur zugänglich gemacht, sondern diese dann auch genutzt zu haben.

Einem leitenden Angestellten sollen Zugangsrechte für Laufwerke eingerichtet worden sein, die von den Personalräten für ihre Aufgaben genutzt werden und auf welchen zahlreiche Dokumente, u.a. mit sensiblen Beschäftigtendaten, zu finden gewesen sind.

Die Pressestelle der BVG dementiert eine vorsätzliche Handlung; es soll sich vielmehr um einen unbeabsichtigten Fehler der IT-Abteilung bei der Einrichtung der Berechtigungen gehandelt haben. Dieser Fehler wurde 14 Tage später bekannt, woraufhin die Zugangsrechte umgehend wieder entzogen wurden. Einsicht sei in die dort gespeicherten Dateien nicht genommen worden.

Dieser Darstellung des Vorfalls als einen bloßen IT-Fehler, folgt Verdi nicht. Im Gegenteil, es wird von der Gewerkschaft sogar die Erstattung einer Strafanzeige gegen die BVG geprüft.

Zumindest kann man hier wohl eine Datenschutzverletzung i.S.v. Art. 4 Nr. 12 Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) annehmen, da personenbezogene Daten unbefugt offengelegt wurden; hierbei ist es unerheblich, ob dies fahrlässig oder vorsätzlich geschah oder ob der leitende Angestellte, dem die Daten angeblich offengelegt wurden, tatsächlich Einsicht genommen hat oder nicht. Daher bedarf es auf jeden Fall der Verbesserung der Datensicherheit, damit ein solcher Vorfall sich nicht wiederholt.

Sofern es sich tatsächlich um eine absichtliche Zugangs- und Zugriffsbeschaffung durch die BVG handelt, wäre dies allerdings eine schwerwiegende Datenschutzverletzung.

 

Lisa Benjowski
Informationsjuristin (LL.B.), Consultant für Datenschutz

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An dieser Stelle wollen wir von Zeit zu Zeit unsere Web-Logs ("blogs") pflegen und unsere Meinung zu bestimmten Themen kundtun.

Die einzelnen Posts stellen jeweils die Meinung des Autors dar und nicht zwangsläufig jene der it.sec. Die Inhalte sind stellen keine Beratung dar und übernehmen für die Inhalte keine Haftung.

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